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Myspace und andere Konsorten

Wie es die Titanic letztens schon auf den Punkt gebracht hatte: "Tausende Künstler auf einem Haufen, aber weit und breit niemand, der sich für sie interessiert. MySpace erinnert frappierend an Berlin."

Myspace erscheint mir immer wieder als nette Idee, wie einer der nichts kann, doch noch eine individuelle Homepage zaubern darf. Keinerlei Programmierkenntnis ist von Nöten und sogar ein behindertes Kind könnte sich hier eine Seite zusammenstellen. Toll auch, dass man Musik verlinken kann und diese jeder erstmal hören muss, wenn er eine Seite betritt. Ich kenne kaum jemanden, der wirklich was mit Myspace erreicht oder kann. Die meisten verlinken darauf und teilen die selben Informationen, die bereits bei HuriVZ, Faceschluck oder Konsorten schon stehen. Nur eben in "geilem" Layout und mit Musik. Wow.

Heute in der Stadt wurde mir ganz kurz schlecht und traurig zugleich. Da lief ein junger Mensch in einem Kapuzenpullover durch die Straßen, an sich nichts ungewöhnliches. Doch auf dem Rücken des Pullovers war doch dick der Myspace-Nickname des Trägers aufgedruckt. Wie eine wandelnde Litfasssäule. Mir ist klar, dass jeder Mensch täglich für diverse Firmen wirbt und uns die Industrie als Werbeträger missbraucht. Ob Gucci, Nike oder einfach mit der Alditüte in der Hand, wir werben, werben, werben.
Dieser geschmacklose junge Mensch setzte dem Ganzen für mich dann aber einen Hut auf den Kopf. Wie verzweifelt oder öffentlichkeitsgeil man sein kann, war mir bis zu diesem Zeitpunkt wohl noch nicht in aller Gänze bewusst.

Klar, klar. Die ersten Hanswürste schreien nun schon anprangernd "Du Halodri! Was willst du denn urteilen? Bloggst doch selber und erzählst uns deinen Alltagsmist!".
Und da haben diese Schreienden auch Recht. Allerdings mit dem feinen Unterschied, dass ich mir nicht meinen Namen hier auf den Penis tättoowieren lassen muss, nur damit er Beachtung finden wird. Denn wenn dieser Blog zu wenig Klicks oder Kommentare erhält, dann entweder weil ich eine Nische bediene, meinen Narzissmus pflege oder einfach nur Dinge schreibe, die niemanden interessieren. Da obliegt es doch mir, etwas zu ändern, wenn ich nicht einverstanden bin.
Aber solche eine Zurschaustellung wird dann selbst mir zuviel. Genug schon die T-Shirts und Pullis mit scheinbar lustigen Aufdrucken "Spiel mir am Glied bis zum Tod", "Stalin war auch Mensch" oder "Deine Mutter war so semi". Was wird bald folgen? Schreiben wir nun Datingwünsche auf T-Shirts? Unsere Adressen, weil wir zu dumm sind, uns diese zu merken? Ab jetzt trage ich nurn noch einfarbiges Wollwerk. Da komme ich wenigstens nicht in die Versuchung. Und um Eddings und der gleichen mache ich einen Riesenbogen. Die gibt es ja auch als Textilschreiberlinge.

10.5.10 23:28
 


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