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Deutschland versinkt im Regen.
Jedenfalls hier unten im Süd-Westen des Landes der verlorenen Kriege.
Meine Füße sind dadurch ganz nass und auch sonst wirke ich wie ein durchregneter Hund, der keinen Kamin zum Trocknen findet, da Kamine archaisch oder stilvoll sind und das eine hält in Deutschland zwar Einzug (man denke an Fußballstammtische), doch stilvoll dürfen wir uns nicht auf unsere verdreckten WM-Fahnen an den Autos schreiben. Nicht mal mit wasserfestem Edding.

Doch der Regen macht mir sonst nichts aus. Ganz im Gegenteil sogar. Der Regen bedingt viele schöne Dinge, die man sonst so nicht sieht. Oder eben doch sieht. Das ist das Schöne. Man nehme zum Beispiel Obdachlose. Oder Alkoholiker. Oder obdachlose Alkoholiker. Die sieht man eigentlich in jeder Stadt. Und genau wie Emos, Punker und Neonazis sind obdachlose Alkoholiker keine Gruppierung, die ein Stadtbild verschönern würde. Das wären dann eher Schwule, die sind immer so farbenfroh, wie dieser kleine Dicke, der sich durch jegliche Sendung von RTL prostituiert, dabei brünftig lacht und einfach so gar nicht ins Bild passen will. Dies natürlich nur im Fernsehen. Stellt man einen Schwulen neben ein grau-graues Bankgebäude, wird selbst die taubenverschissenste Fassade zu einem Rummelplatz.

Nun wird dieses ganze Gesockse, eben Alkoholiker und Konsorten, immer an öffentlichen Plätzen gesichtet. Daran ist jedoch die Rinnsteinnot Schuld, die es diesen Geschöpfen verwehrt, ein lauschiges Plätzchen in einer grünlichen Rinne zu finden, wo sich die kleinen, betrunkenen Wesen aufhalten können. Richtige Rinnsteine gibt es in Deutschland ja keine mehr, sondern nur diese dünnen Rinnen an den Bordsteinen. Dafür haben wir aber Autobahnen.

Da es nun keine Rinnsteine gibt, tummeln sich Obdachlose in deutschen Innenstädten, riechen nach Fusel und verlangen nach Kleingeld, um sich einen guten Doppelkorn leisten zu können. Wenn es regnet, sind Obdachlose allerdings auf einmal verschwunden, gar vom Erdboden verschluckt. Das macht die Angst vor Erkältungen, denn auch wenn das Gesundheitswesen mit den gesetzlichen Krankenkassen nicht gerade glänzt, ohne festen Wohnsitz und Einkommen und Fusel im Blut ist das noch mal eine traurige, sagen wir lieber andere Geschichte. Der Qualitätssender RTL II berichtet nicht umsonst jeden Winter von betrunkenen Obdachlosen, die ein bequemes Bett in den Schneewehen gesucht haben und anschließend erfroren sind.
Alte Menschen sieht man bei Regen auch selten. Das merkt man in meiner Gegend sehr oft, da zu Zeiten, wo normale Menschen arbeiten, nur alte Menschen auf den Straßen unterwegs sind, will meinen schlurfen und zombiartig mit Rollatoren durch die Fußgängerzone patroullieren. Bei alten Menschen ist dies aber weniger die Angst durchnässt zu werden; immerhin würde eine Lungenentzündung ja einen Arztbesuch legitimieren und sie müssten sich keine fadenscheinigen Ausreden einfallen lassen müssen, nur um noch ein wenig Anschluss an die Gesellschaft zu finden und des Weiteren ist der Regen auch wieder einer der vielen feinen Gründe sich zu beschweren, zu nörgeln und an die gute Kaiserzeit zu denken. Früher war eben alles besser, sogar der Regen.

Nun sind jedenfalls die beiden größten Störenfriede der westlichen Gesellschaft durch den Regen von der Straße verbannt (den geifernden Bibelmann am Anfang der Fußgängerzone lasse ich außen vor. Der stellt alleine keine wirkliche Gruppe und ist auch nur unregelmäßig anzutreffen). Und ich muss sagen "Danke, Regen". Du hast das geschafft, was Horst Köhler nie erreichen konnte. Dafür verleihe ich dir das Eiserne Kreuz.

18.6.10 18:46
 


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